Kapitel 3 – Auf dem Schiff

Sie wurde erst wieder wach als es an ihre Kabinentür klopfte. “Mariechen, schläfst du immer noch?” Als sie die Stimme ihrer Schwester hörte, sprang Mariechen putzmunter aus dem Moos. Leni wartete vor der Tür und grinste. “Schau mal du Langschläferin, hier ist ein großes Blatt und draußen auf dem Gang gibt es ein Steinbecken mit frischem Quellwasser, da kannst du dir immer was nehmen.” Damit ging sie auch schon voraus um Wasser zu holen. “Und vergiss nie deine Karte mitzunehmen. Damit kommst du in deine Kabine”. Das war gerade noch rechtzeitig. Fast wäre die Tür ins Schloss gefallen und die Karte lag drinnen auf dem Tisch. “Komm, jetzt ich stell dir aber erst mal ein paar Leute vor!” Mariechen huschte schnell ins Zimmer, schnappte sich die Karte und hakte sich fröhlich bei ihrer Schwester ein.

Sie gingen den langen Gang entlang. Alles war hier mit Samt verkleidet und mit schönen Mustern bedruckt. Dann gingen sie ein paar Plattformen nach unten. So ungefähr auf halber Höhe des Schiffes gab es einen geräumigen Platz mit einer großen Theke in der Mitte. Hinter der Theke standen zwei sehr nett aussehende Pirole. “Das sind Nebi und Miran von der Rezeption. Wann immer du was brauchst oder Fragen hast kannst du dich an sie wenden.” “Hallo Mariechen! Schön dass du da bist. Leni hat schon erzählt, dass du kommst.” Miran streckte ihr seinen Flügel entgegen und Mariechen schlug mit ihren kleinen Ärmchen ein. Nebi lachte Mariechen an. “Schön dich kennen zu lernen. Ich hoffe du hast ne tolle Zeit hier bei uns. Komm vorbei wann immer du magst.” “Danke! Das mache ich gerne!” Mariechen fühlte sich glücklich. “Ich werde ihr jetzt mal das Schiff weiter zeigen. Bis später!” Leni hakte sich bei Mariechen ein und zog sie weiter. “Der große Teil des Schiffes sind die Kabinen unserer Gäste. Und ansonsten gibt es hier noch drei leckere Restaurants und vier Bars. Aber lass uns jetzt erst mal ins Theater gehen, dann stell ich dir meine Kollegen vor.”

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Dafür mussten sie aber wieder ein paar Plattformen nach oben. Ganz vorne, nahe beim Wal, war das Theater. Es erstreckte sich über vier Plattformen und hatte eine riesengroße, wunderschöne Bühne mit einem schweren, regenbogenfarbenen Samtvorhang. Die Zuschauer konnten von den vier Plattformen aus zusehen, was auf der Bühne passierte. Alles sah so edel und prunkvoll aus. Die Sitze waren aus blauem Samt mit Goldfäden. Das Geländer war auch golden und mit Edelsteinen besetzt. Alles funkelte und glänzte. In der Mitte hing ein riesengroßer, wunderschöner Kronleuchter, der, wenn er leuchtete, bunte Farbspiele an die Wände warf. Plötzlich ging der Vorhang auf und Mariechen sah einen flinken Mäuserich, der Stellwände über die Bühne schob. “Das ist Bram, unser Bühnentechniker. Er baut gerade die Kulisse für unsere Show heute abend auf.” Sie ging auf den Mäuserich zu. “Hallo Bram! Das ist meine CIMG3861Schwester. Mariechen, das ist Bram.” Bram brachte die rechte Wand in Position und kam auf die beiden zu. “Welcom Mariechen. Freut mich!” In diesem Moment ging der Spot an und Mariechen stand im gleißenden Scheinwerferlicht. Leni musste lachen. “Hallo Stan!” Mariechen blinzelte gegen das Licht, konnte aber nur die Umrisse eines großen Lobster erkennen, der die Treppen runter kam. Neben ihm ein Gürteltier und ein Kakadu. “Das ist Stan, unser Lichttechniker, Bruno, der Tontechniker und Kamil der Theaterleiter.” Mariechen wurde von allen herzlich begrüßt. “Ich freu mich. Das wird sicher eine tolle Zeit. Ich hab schon so viele nette Leute kennen gelernt.” “Hallo Mariechen! Schön dich kennen zu lernen. Wir müssen leider noch ein bisschen was vorbereiten” sagte Bruno, das Gürteltier “aber wir sehn uns heute abend nach der Show!” “Ok, gern”. Damit gingen die drei zu einer gläsernen Box in der Mitte, in der einige Geräte standen. Leni ging auf die Tür zu, die Backstage führte. “Jetzt stell ich dir meine Kollegen vor. Die meisten sind schon da und bereiten ihre Kostüme vor oder üben noch mal ihre Songs.” Sie öffnete die Tür und führte Mariechen durch die Gänge hinter die Bühne in die Garderoben. Schon bevor sie dort ankamen, konnte man verschiedene Stimmen hören. Einige sangen sich ein oder übten einzelne Passagen. Zwei Katzen kamen ihnen entgegen. “Hallo ihr zwei! Das sind Tim und Tom, unsere Tänzer!” stellt Leni die beiden vor. “Hallo, ich bin Mariechen. Geht ihr jetzt trainieren?” “Ja” antwortete Tim, der schwarze Kater “wir müssen noch mal die Choreographien durchgehen.” Und schon waren die beiden verschwunden. In der Tür vor der Garderobe stand eine Biene in einem dünnen Unterkleid und hielt einer freundlichen Hummel mit einem herzlichen Gesicht ein wunderschönes rotes Kleid hin. “Hier sind ein paar Pailletten abgegangen. Könntest du die wieder annähen?” “Aber natürlich Sally! Bis heute abend ist alles wieder repariert. Oh hallo Leni, wen hast du denn dabei?” Die beiden drehten sich zu Leni und Mariechen. “Das ist meine Schwester. Mariechen, das sind Sally, sie ist auch Sängerin und Marlene, sie ist unser guter Engel und kümmert sich um die Kostüme.” Sie gingen durch eine weitere Tür. “ Und das sind Bobo und John, beides Sänger.” Ein Leguan und ein Frettchen winkten Mariechen zu. “Dann sind hier noch Bibi und Stella vom Ensemble und Nathan und Hannes.” Die beiden Mäusemädchen waren gerade damit beschäftigt ihre Perücken einzudrehen während Nathan, auch ein Frettchen, und Hannes, ein Tukan, eine große Schachtel präparierten. “Und zu guter letzt noch Sissi und Tini, unsere Tänzerinnen.” Die beiden schlanken Echsen wärmten sich gerade an der Ballettstange hinten im Raum auf. Wie gelenkig die beiden waren. Fasziniert blickte sich Mariechen um. Sie liebte diese Theateratmosphäre hinter den Kulissen. Jeder war beschäftigt, Musik klang durch die Luft und man konnte die Aufregung und die große Freude riechen, schmecken, sehen und hören. Das Theater hat schon immer einen großen Zauber auf sie ausgewirkt. Selig begrüßte sie alle. “Ich freu mich schon sehr auf die Show. Toi Toi Toi!” “Wird schon schief gehen! Ja, Hals und Beinbruch!” kam es aus 8 Mündern durcheinander. “Dann bis später!” Leni und Mariechen machten sich wieder auf den Weg. Es gab noch so viel zu sehen.

 

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Kategorien: Mariechen im Palmenland | Schlagwörter: , | Hinterlasse einen Kommentar

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