Kapitel 10 – Der Regenwald von Costa Rica

„Aufwachen, du Schlafmütze!“ Leni’s Stimme drang durch die Tür. „Wir machen heute einen kleinen Abenteuer-Ausflug“ Ein bisschen verschlafen rieb sich Mariechen die Augen. Dann sah sie aber durchs Fenster, dass die Sonne schon wieder strahlte und im Nu war sie wach und sprang aus dem Bettchen. „Bin gleich fertig“, sie öffnete ihrer Schwester die Tür, drückte ihr einen dicken Kuss ins Gesicht und verschwand schnell im Bad. „Wir fahren heute in den Regenwald, du solltest dir was sportliches anziehen. Mehr verrate ich nicht.“ Leni grinste „Aber es wird dir Spaß machen.“ „Jetzt hast du mich aber neugierig gemacht.“ Mariechen schlüpfte in ihre kurzen Hosen und zog sich ein Shirt mit einer großen roten Blume an.

„Dann sollten wir uns vorher aber stärken. Ich freu mich schon wieder auf das leckere Frühstücksbuffet.“ Und schon hüpften die beiden in die Schmeckbar. Diesmal waren sie vor Nathan und Costa da. Mariechen lud sich ihren Teller mit Toast, Marmelade, Honig, Bananen, Blättern und Beeren voll. Dann probierte sie den tiefroten Saft. „Granatapfel“ stand neben der Karaffe auf einem Schild in ebenso tiefroten Buchstaben. Sie nahm sich ein Glas und probierte einen Schluck. Mmmmmhhhh … das war lecker! Süß und fruchtig und ein ganz kleines bisschen säuerlich. Herrlich! Genau das richtige, um die Geschmacksnerven wach zu kitzeln. Ihr Tisch vom Tag vorher war nicht mehr frei, dafür gab es aber noch Platz draussen auf der Terrasse. Kaum saßen sie, kamen auch schon die beiden Frettchen an. Mariechen und Leni winkten ihnen zu. Costa und Nathan waren ebenfalls sportlich gekleidet. Sie mussten ordentlich Hunger haben, denn bevor sie zu Mariechen und Leni an den Tisch kamen, luden sie sich schon mal zwei Teller voll mit Leckereien. „Guten Morgen ihr beiden!“ rief Nathan fröhlich. „Habt ihr gut geschlafen?“ „Wie im Himmel!“ Mariechen seufzte. Sie dachte an das weiche Moosbett und war sich sicher, dass sie noch nie so herrlich geschlafen hatte. Und geträumt hatte sie auch. Von Kai und Tano und ihrem Dorf und all den freundlichen Leuten. Getanzt hatte sie im Traum mit ihnen. „ Na, du scheinst ja schon wieder zu träumen.“ Costa stupste sie schelmisch in die Seite. „Sag mal, hat Leni dir verraten, was wir heute machen?“ fragte er dann. „Nein, ich weiß nur, dass ich mich sportlich anziehen sollte. Mehr nicht.“ „Nathan wollte auch noch nichts verraten, aber sportlich klingt toll. Da bin ich dabei! Vielleicht machen wir einen Abenteuer-Ausflug in den Dschungel.“ rätselte Costa. „Sehr warm. Ihr habt es fast erraten. Wir fahren auf eine Farm mitten im Regenwald. Dort gibt es auch Pferde. Aber das eigentliche Highlight verraten wir euch erst dort.“ Nathan blieb geheimnisvoll. „Wir sollten heute nur ordentlich zu trinken mitnehmen und vergesst eure Käppis nicht! Aber jetzt schlagen wir uns erstmal den Magen voll.“ Mit diesen Worten stand Leni auf und holte sich eine Schale Müsli mit Kokos und Bananen.

Nach dem Frühstück gingen die vier zur Landungsbrücke. Mariechen war ganz aufgeregt. Was sich ihre Schwester wohl hat einfallen lassen?

Auch hier ging es am Hafen geschäftig zu. Als sie an Land gingen, kam gerade ein riesiger Laster mit Bananen beladen im Hafen an. Ein großer Kran hob gerade eine ganze Palette mit Kisten voller Kaffeebohnen auf ein Schiff neben ihrem. Die machten sich später auf die Reise in die ganze Welt. Eine Wolke Kaffeeduft wehte zu ihnen rüber. Mariechen schnupperte in die Luft. Auch wenn sie keinen Kaffee trank, aber das roch gut.

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„Puerto Limón ist der wichtigste Atlantikhafen für den Export von Kaffee und Bananen.“ sagte Costa mit wichtiger Stimme. Die anderen sahen ihn überrascht an. Woher wusste er sowas? „Das hab ich heute morgen in dem Prospekt gelesen, der in meiner Kabine lag.“ grinste Costa.

Mariechen konnte sich an dem Gewusel mal wieder nicht satt sehen. So viele verschiedene Tiere. Sie hatte einige sehr schöne Echsen gesehen und auch Leguane und da vorne unterhielten sich gerade einige Gürteltiere angeregt miteinander. Die beiden Nasenbären-Damen am Kaffeedampfer schienen eine letzte Qualitätsprobe zu machen. Sie ließ sich von Leni weiterziehen zur Straße vor dem Hafen. Dort wartete auch schon ein Bus auf die kleine Gruppe, der ein bisschen vertrauenswürdiger aussah, als der Bus von Christophers in Panama. Ein freundliches kleines Äffchen stand neben der Tür und schälte sich gerade eine Banane. Als die vier auf ihn zukamen, lächelte er sie an und machte Platz, damit sie einsteigen konnten. „Willkommen in Costa Rica! Ich bin Chiva, euer Busfahrer. Sucht euch doch schon mal einen schönen Sitzplatz aus. Wir warten noch einen Moment, ob noch mehr Gäste kommen und dann geht es los in den Regenwald. Freut ihr euch schon?“ Die vier nickten und bejahten. Dann kletterten sie in den kleinen Bus und suchten sich vier Plätze direkt am Fenster aus, damit sie während der Fahrt auch noch viel zu sehen bekämen. „Seht mal, da kommen Kamin und Bruno!“ Leni winkte den beiden zu. „Fahrt ihr auch in den Regenwald?“ „Hallo ihr vier!“ das Kakadu winkte zurück. „Ja wir wollen ein bisschen Abenteuer. Wart ihr denn schon mal beim…“ Nathan unterbrach den  Theaterleiter schnell. „Psst! Nicht verraten Kamil. Unsere Freunde hier wissen noch gar nicht genau, wo es heute hingeht.“ „Na dann wollen wir euch die Überraschung nicht verderben.“ Bruno und Kamil setzten sich zu ihnen und da sonst niemand mehr zu kommen schien, stieg auch Chiva in den Bus ein. Er startete den Motor und los ging es.

 

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Kategorien: Mariechen im Palmenland | Schlagwörter: , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Kapitel 10 – Der Regenwald von Costa Rica

  1. Marieke, ich glühe hier. Du schreibst Geschichten.Eigentlich hätte ich es mir denken können.. Mitten im Regenwald von Costa Rica sitze ich.:) Mariechen Im Regenwald, Mariechen Im Plamenland
    Schläfst du auch zwischendurch?…weiterlesend…Das ist Abenteruland hier bei dir. 🙂

    • Viiiielen Dank 🙂
      Ich ermahne mich immer wieder weiterzuschreiben, liegt noch so viel vor mir, aber da fehlt mir dann manchmal die Muse

  2. ist das putzig, das mariechen und die leni!!! kommen mir bekannt vor. wunderschön!

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